Das blaue Häkchen bei Gmail: Was es bedeutet und wie man es erhält
In Gmail werden neben verifizierten Absendern häufig blaue Häkchen angezeigt. Dieser visuelle Hinweis bestätigt, dass der Absender die Inhaberschaft an der Absenderdomain sowie das in der Nachricht verwendete Logo verifiziert hat. Das Häkchen selbst ist zwar einfach, basiert jedoch auf einem detaillierten E-Mail-Authentifizierungs- und Markenverifizierungsprozess, der das Vertrauen in den Absender, die Markenwiedererkennung und den Schutz vor Phishing fördert.
Der Weg zum blauen Häkchen umfasst die Einrichtung der E-Mail-Spezifikation BIMI (Brand Indicators for Message Identification) und die Durchsetzung von DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance). Außerdem erforderlich: die Einreichung eines konformen SVG-Tiny-PS-Logos und die Beantragung eines VMC (Verified Mark Certificate) bei einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle.
Werden diese Schritte übersprungen, werden in E-Mails möglicherweise keine Häkchen oder Logos angezeigt. Wir erklären, wie das blaue Verifizierungshäkchen in Gmail funktioniert, welche Vorteile es bietet und welche Voraussetzungen Marken erfüllen müssen.
Was ist das blaue Häkchen in Gmail?
Wenn Sie einen Blick in Ihren E-Mail-Posteingang werfen, fallen Ihnen vielleicht eine Reihe blauer Häkchen auf, die beim Öffnen einer Nachricht neben den Absendernamen angezeigt werden. Wenn Sie den Mauszeiger kurz über das Häkchen bewegen, erscheint ein wichtiger Hinweis: „Der Absender dieser E-Mail hat bestätigt, dass er Eigentümer von [Name der Website] und des Logos im Profilbild ist.“
Dieses Häkchen ist Googles Umsetzung eines vertrauensbildenden Signals im Posteingang, das durch den weit verbreiteten Trend zur direkten Anzeige von Absenderlogos in E-Mail-Posteingängen vorangetrieben wird. Es ist eng mit der BIMI-Spezifikation verknüpft und lässt sich durch die Konfiguration der dazugehörigen Richtlinien und Frameworks sichern: SPF (Sender Policy Framework), DKIM (DomainKeys Identified Mail) und DMARC.
Das Häkchen an sich hat einen Wert und kann das Vertrauen stärken, doch ein Großteil seines Wertes liegt in den Sicherheitsmechanismen, die dieses Häkchen überhaupt erst ermöglichen: die Verwendung mehrerer Authentifizierungsebenen zum Nachweis der Legitimität des Absenders. Diese Maßnahme trägt dazu bei, Empfänger vor Spoofing zu schützen, und unterstützt das übergreifende Vertrauenssystem, das die heutigen E-Mail-Posteingänge sichert.
Was benötigen Sie, um das blaue Häkchen in Gmail zu erhalten?
Gmail zeigt nur dann ein blaues Häkchen an, wenn alle Komponenten der Markenverifizierung vorhanden sind: Protokolle, Frameworks, Logos und Zertifikate. Diese Anforderungen wirken zusammen, um die Legitimität der Marke zu bestätigen und die Anzeige des authentifizierten Logos zu ermöglichen.
Zu den Anforderungen gehören:
Die BIMI-Anforderungen müssen korrekt eingerichtet sein
BIMI steht im Mittelpunkt der heutigen Bemühungen um Vertrauen und Verifizierung im Posteingang. Diese weit verbreitete Spezifikation legt fest, wie Organisationen ihre Identität nachweisen und ihre jeweiligen Domains authentifizieren.
Dies setzt voraus, dass SPF, DKIM und DMARC korrekt funktionieren. SPF identifiziert autorisierte Absenderserver, DKIM überprüft, ob Nachrichten nicht verändert wurden, und DMARC teilt E-Mail-Anbietern mit, wie sie mit Nachrichten umgehen sollen, die die Authentifizierung nicht bestehen.
Maßnahmen zur Erfüllung der BIMI-Anforderungen für Gmail erweisen sich auch bei der Zusammenarbeit mit anderen E-Mail-Anbietern als wertvoll.
Ein BIMI-konformes SVG-Logo
Das Logo ist ein entscheidender Bestandteil des Verifizierungsprozesses. Es muss strenge Anforderungen an Formatierung und Größe erfüllen: Jedes eingereichte Logo muss eine echte Vektordatei mit einem einfarbigen Hintergrund sein. Es sollte keine Skripte und Animationen enthalten und auch bei kleinen Größen sauber dargestellt werden.
Verwenden Sie das Format „SVG Tiny Portable/Secure“, auch bekannt als SVG Tiny PS oder SVG Tiny 1.2, und seien Sie darauf vorbereitet, manuelle Anpassungen vorzunehmen, um die BIMI-Anforderungen zu erfüllen. Die BIMI-Gruppe stellt Tools zur Verfügung, die bei der Einhaltung der Vorgaben helfen.
Ein Verified Mark-Zertifikat
Markenzertifikate helfen dabei, zu überprüfen, ob eine Marke berechtigt ist, ein bestimmtes Logo für die BIMI-Anzeige in E-Mails zu verwenden. Für das blaue Häkchen in Gmail ist ein Verified Mark Certificate erforderlich. Ein VMC bestätigt die Echtheit des Logos und ordnet das markenrechtlich geschützte Logo Ihrer Organisation zu. Die Google Workspace-Richtlinien bestätigen diese Anforderung und weisen darauf hin: „In Gmail sehen Sie ein Häkchen neben Absendern, die mit einem VMC verifiziert wurden.“
Marken, die ein VMC erwerben möchten, sollten darauf vorbereitet sein, Angaben zur Unternehmensvalidierung, Unterlagen zur Marke sowie Logodateien vorzulegen, die mit der eingetragenen Marke übereinstimmen.
Common-Mark-Zertifikate (CMC) sind zwar hilfreich für die Anzeige von Logos, erfüllen jedoch nicht die Anforderungen für die Freischaltung des blauen Häkchens in Gmail. Wenn Sie noch nicht für ein VMC berechtigt sind, weil Ihnen eine eingetragene Marke fehlt, lohnt sich ein CMC dennoch, es führt jedoch nicht zum blauen Häkchen.
So erhalten Sie das blaue Häkchen in Gmail mit BIMI
Um das Vertrauen durch die Anzeige des Logos im Posteingang und das blaue Häkchen zu stärken, müssen Sie eine Reihe technischer Einrichtungsschritte durchführen, darunter E-Mail-Authentifizierung, Logo-Formatierung, Zertifikatsvalidierung und DNS-Aktualisierungen.
Die Schritte umfassen:
Schritt 1: Konfigurieren Sie SPF, DKIM und DMARC. Verwenden Sie SPF, um Server zu identifizieren, die E-Mails versenden dürfen. Aktivieren Sie DKIM, um überprüfbare kryptografische Signaturen anzuwenden. Erstellen Sie ein DKIM-Schlüsselpaar und veröffentlichen Sie den öffentlichen Schlüssel als DKIM-Eintrag im DNS. Konfigurieren Sie abschließend DMARC mit einem TXT-Eintrag in den DNS-Einstellungen. Die Richtlinie sollte auf „p=quarantine“ oder „p=reject“ gesetzt werden, und „pct=100“ sorgt dafür, dass die Richtlinie auf alle ausgehenden E-Mails angewendet wird.
Schritt 2: Erstellen Sie ein konformes SVG-Logo. Wählen Sie ein hochwertiges Bild eines markenrechtlich geschützten Logos aus und stellen Sie sicher, dass es alle relevanten Standards erfüllt: Es muss im Scalable Vector Graphics (SVG)-Format vorliegen und ein quadratisches Seitenverhältnis aufweisen. Vergewissern Sie sich, dass das Logo mit der eingetragenen Marke übereinstimmt.
Schritt 3: Beantragen Sie ein „Verified Mark Certificate“ (VMC). Wenden Sie sich an eine Zertifizierungsstelle, um ein VMC zu erhalten. Legen Sie bei der Beantragung des VMC einen Nachweis über das Markenrecht vor.
Schritt 4: Veröffentlichen Sie Ihren BIMI-DNS-Eintrag. Melden Sie sich bei Ihrem Domain- oder DNS-Anbieter an und fügen Sie einen BIMI-TXT-Eintrag hinzu. Für Gmail sollte der Eintrag auf die mit Ihrem VMC ausgestellte PEM-Datei verweisen. Ein Gmail-kompatibles Beispiel könnte wie folgt aussehen: v=BIMI1;l=;a=https://yourdomain.com/certificate.pem. Die PEM-Datei muss auf einem öffentlich zugänglichen Webserver über HTTPS gehostet werden.
Schritt 5: Überprüfen und testen. Verwenden Sie einen BIMI-Checker, um die korrekte Formatierung und Authentifizierung zu überprüfen, bevor Sie Testnachrichten an unterstützte Anbieter senden. Wenn das Logo nicht wie erwartet angezeigt wird, überprüfen Sie den DNS-Eintrag oder die SVG-Formatierung, um sicherzustellen, dass alle anderen Schritte korrekt ausgeführt wurden. Die Darstellung von BIMI variiert je nach E-Mail-Anbieter, daher können die Ergebnisse je nach Posteingang unterschiedlich ausfallen.
Vorteile des blauen Häkchens
Das blaue Häkchen von Gmail baut auf dem Vertrauen und der Sichtbarkeit auf, die durch verifizierte Logos gewonnen werden. Dies bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene und bestätigt, dass Absender vollständig verifiziert sind und die Nachrichten aus legitimen Quellen stammen.
- Schnelle visuelle Bestätigung. E-Mail-Empfänger treffen Entscheidungen in Sekundenbruchteilen, um sich in überfüllten Posteingängen zurechtzufinden. Ein Signal wie ein blaues Häkchen kann Empfängern helfen, verifizierte Absender schnell zu erkennen, insbesondere wenn es zusammen mit einem verifizierten Logo angezeigt wird.
- Professionelles Erscheinungsbild. Häkchen vermitteln Professionalität und verleihen E-Mails ein gepflegtes Erscheinungsbild, das auf der bestehenden Glaubwürdigkeit aufbaut. Gemeinsam sorgen Logos und Häkchen für einen selbstbewussten und vertrauenswürdigen Markenauftritt.
- Gesteigertes Vertrauen. Wenn E-Mail-Empfänger Nachrichten bewerten, suchen sie nach Häkchen als Zeichen der Sicherheit. Obwohl Logos hilfreich sind, kann eine doppelte Verifizierung selbst bei den skeptischsten Nutzern Vertrauen wecken.
- Höheres Engagement und höhere Öffnungsraten. Vertrauen und Sichtbarkeit können dazu beitragen, dass Empfänger sich sicherer fühlen, wenn sie E-Mails von Marken öffnen oder mit ihnen interagieren. Dies beeinflusst, ob Empfänger E-Mails tatsächlich lesen, und kann sie sogar dazu ermutigen, weiterzumachen: auf Links zu klicken oder Formulare auszufüllen, um die Beziehung zu Marken zu stärken.
Warum wird mein blaues Häkchen in Gmail nicht angezeigt?
Nachdem Sie sich die Zeit genommen haben, BIMI zu konfigurieren, kann es frustrierend sein, wenn die blauen Häkchen nicht erscheinen. Dies könnte auf Fehler Ihrerseits hindeuten, aber selbst wenn die technischen Anforderungen erfüllt sind, berücksichtigt Gmail möglicherweise auch die Absenderreputation und andere Validierungsfaktoren, bevor ein Logo oder ein Häkchen angezeigt wird.
Häufige Gründe dafür sind:
- Die DMARC-Richtlinie wird nicht durchgesetzt. Gmail zeigt Häkchen nur an, wenn Domains Quarantäne- oder Ablehnungsrichtlinien verwenden. Dies ist entscheidend, da es den Anbietern mitteilt, wie sie vorgehen sollen, wenn E-Mails die Überprüfung nicht bestehen.
- SPF oder DKIM schlagen fehl. SPF kann fehlschlagen, wenn der sendende Server als nicht autorisiert eingestuft wird. DKIM schlägt fehl, wenn E-Mails manipuliert wurden oder wenn DNS-Einträge falsch konfiguriert sind. Beide Fehler verhindern das Erscheinen des blauen Häkchens.
- Das SVG-Logo entspricht nicht den Vorgaben. Logos können nur dann korrekt dargestellt werden, wenn sie strengen Standards entsprechen. Das blaue Häkchen basiert auf dem Logo; wenn dieses Logo also die erforderlichen Standards nicht erfüllt, bleibt auch das Häkchen unerreichbar.
- Der BIMI-TXT-Eintrag fehlt oder ist fehlerhaft. Gmail kann Logos nur validieren, wenn BIMI-Einträge korrekt formatiert sind. Der TXT-Eintrag gibt an, wo das verifizierte Logo zu finden ist; ohne ihn ist eine Validierung nicht möglich.
- Die PEM-Datei ist nicht korrekt gehostet. Nach der Ausstellung eines VMC wird eine PEM-Datei bereitgestellt, auf die Gmail jedoch zugreifen können muss. Eine Verifizierung ist nicht möglich, wenn die PEM-Datei fehlt oder anderweitig blockiert ist.
- Das Logo stimmt nicht mit der eingetragenen Marke überein. Angezeigte Logos müssen bis hin zu den Farben und Proportionen mit den validierten Markenlogos aus den VMCs übereinstimmen.
- DNS-Änderungen haben sich noch nicht vollständig durchgesetzt. Es dauert eine Weile, bis DNS-Änderungen die Server erreichen. Wenn Aktualisierungen die von Gmail überprüften Server noch nicht erreicht haben, werden kürzlich durchgeführte Authentifizierungsversuche (oder Änderungen an BIMI) möglicherweise nicht erkannt.
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Sectigo bietet „Verified Mark“-Zertifikate und „Common Mark“-Zertifikate an, um Unternehmen dabei zu unterstützen, die Anzeige des BIMI-Logos in Gmail und anderen teilnehmenden Posteingängen zu ermöglichen. Beide Zertifikate können die Sichtbarkeit im Posteingang verbessern.
Wenn es Ihr Ziel ist, das blaue Häkchen von Gmail anzuzeigen, beginnen Sie mit dem Kauf eines VMC bei einem vertrauenswürdigen Anbieter wie Sectigo. Kontaktieren Sie uns bei Fragen oder wenn Sie mehr über E-Mail-Sicherheit erfahren möchten.
Quellen:
https://bimigroup.org/creating-bimi-svg-logo-files/
https://knowledge.workspace.google.com/admin/security/set-up-bimi