Der Bericht „2025 State of Crypto Agility Report: Wie Unternehmen sich auf die Post-Quanten-Kryptografie vorbereiten“
18. August 2025
Die US-Regierung hat ihre Frist für die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC) von 2035 auf 2031 vorverlegt und schreibt damit eine frühere Einführung für Systeme mit hohem Wert und großer Tragweite vor. Die Durchführungsverordnung steht im Einklang mit den NIST-Standards und räumt der Schlüsselerstellung Vorrang vor digitalen Signaturen ein, um unmittelbare Risiken nach dem Prinzip „Harvest now, decrypt later“ (jetzt sammeln, später entschlüsseln) zu begegnen. Organisationen müssen bereits jetzt mit der Planung beginnen, indem sie ihre kryptografischen Ressourcen inventarisieren, sensible Systeme priorisieren und Krypto-Agilität aufbauen, um den neuen Zeitplan einzuhalten.
Am 22. Juni 2026 erließ das Weiße Haus die Verordnung Nr. 14409 mit dem Titel „Securing the Nation Against Advanced Cryptographic Attacks“(Schutz der Nation vor fortgeschrittenen kryptografischen Angriffen), mit der die Frist für die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC) von 2035 auf 2031 vorverlegt wurde. Die Verordnung geht über frühere Vorgaben der Bundesregierung hinaus, indem sie kurzfristige, durchsetzbare Fristen festlegt und diese direkt mit dem öffentlichen Beschaffungswesen verknüpft. Sie setzt die PQC-Standards des NIST für 2024 effektiv in die Praxis um und bindet sie in einen festgelegten Zeitplan ein.
Behörden müssen:
Zwei Klarstellungen sind wichtig:
Erstens gelten diese Fristen nur für hochwertige Vermögenswerte und Systeme mit großer Tragweite, nicht jedoch für alle Bundes-Systeme. Nationale Sicherheitssysteme unterliegen weiterhin einer gesonderten Regelung unter der NSA mit eigenständigen Berichtspflichten.
Zweitens führt die Verordnung keine neue Kryptografie ein. Sie kodifiziert bestehende NIST-Standards:
Die Anordnung legt einen Zeitplan für die rasche Umsetzung fest:
Bis Ende 2027: Das NIST wird eine Pilotmigration abschließen, die als Blaupause dienen soll.
Die beiden Fristen liegen ein Jahr auseinander, und die Verordnung tut recht daran, sie voneinander zu trennen. Die Schlüsselerstellung hat im Jahr 2030 Vorrang, da die Bedrohung der Vertraulichkeit bereits im Gange ist.
„Harvest now, decrypt later“ (HNDL) macht die Schlüsselerstellung zu einer dringenden Angelegenheit. Ein heute durch klassische Kryptografie geschützter Sitzungsschlüssel schützt Daten, die möglicherweise zehn, zwanzig oder dreißig Jahre lang geheim bleiben müssen. Wenn dieser Datenverkehr bereits jetzt abgefangen und gespeichert wird, ist die Migration bereits zu spät.
Digitale Signaturen sind anders. Eine gefälschte Signatur ist ein Echtzeitangriff. Man kann ein Software-Update, das 2026 ausgeliefert wurde, nicht nachträglich fälschen. Genau deshalb können Signaturen an zweiter Stelle behandelt werden. Die Authentifizierung ist ein Signaturvorgang und zugleich ein Echtzeitvorgang. Bei der Reihenfolge geht es darum, die Arbeiten so zu ordnen, dass das nachträglich ausnutzbare Problem zuerst gelöst wird. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Dringlichkeit ist hier real, ohne dass man das, was man tatsächlich über Quantentimelines weiß, überbewerten muss.
Lassen Sie uns eines klarstellen: Die Verschiebung ist kein Zeichen für plötzliche Quantendurchbrüche. Vielmehr spiegelt sie drei Tatsachen wider:
Mit anderen Worten: Die Politik hat das Tempo nicht beschleunigt, sondern ist der Mathematik nachgeholt.
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